"Ich hätte nie von Scotch auf Martinis umsteigen sollen ..." (Humphrey Bogart)

Samstag, 1. Oktober 2016

Projekt Braugarten, Teil IV: Mauken Lager (7,0% Vol.)

Es ist vollbracht: die Hobbybrauerei Braugarten, an der ich ganz unwesentlich beteiligt bin, hat das erste Bier erfolgreich aus der Taufe gehoben. Es ist nun, wie ursprünglich geplant, ein Lager geworden. Das Einzige, was sich gegenüber unseren einstigen Absichten geändert hat, ist der Alkoholgehalt. Wir haben das Rezept so weit angepasst, dass es etwas mehr "Bums" hat. 

Meine Kollegen haben versprochen, auf der Homepage ein paar Details über den Brauvorgang preiszugeben. Da ich dieses Mal nicht mit Hand angelegt habe, bin ich als mehr oder weniger (wohl eher weniger, um ehrlich zu sein) neutraler Verkoster gebeten worden, dem frisch gezapften Mauken Lager näher auf den Zahn zu fühlen. Ach, apropos: zur Namensgebung. Wir hatten irgendwann mal beschlossen, dass die Namen der Biere von Braugarten sich an der Herkunft des jeweiligen Bierstils orientieren sollen - und zwar, genauer gesagt, anhand von Flüssen. Da es in der Fachliteratur überwiegend heißt, das Lagerbier sei ursprünglich eine Erfindung aus Bayern, haben wir einfach für dieses Bier einen Fluss aus München (eigentlich derer drei) gewählt. Dass "Mauken" auch umgangssprachlich ein Synonym für "Füße oder auch "Käsefüße" ist, war uns ebenfalls bewusst, soll aber nichts über den Geschmack des Bieres aussagen (hoffe ich zumindest).

Freitag, 30. September 2016

Zwischendurch: Termine Oktober 2016

Lokal und Regional

Hollager Oktoberfest (Hollage: 28. bis 30. Oktober) 


National

183. Münchner Oktoberfest (München: noch bis 3. Oktober)

171. Cannstatter Volksfest (Stuttgart: noch bis 9. Oktober)

6th German Rum Festival (Berlin: 15. und 16. Oktober)

Aquavitae 2016 (Mülheim/Ruhr: 29. und 30. Oktober)

International

25th Stockholm Beer & Whisky Festival (Stockholm, Schweden: 6. bis 8. Oktober)

Salon du Rhum (Spa, Belgien: 8. und 9. Oktober)

NYC Craft Beer Fest (New York, NY, USA: 14. und 15. Oktober)

Blankenbergs Bierfestival (Blankenberge, Belgien: 29. Oktober)

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Haftungsausschluss: Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Änderungen von Veranstaltungsorten und/oder -terminen liegen in der Verantwortung des jeweiligen Veranstalters. Informieren Sie sich daher zusätzlich bitte auf den offiziellen Veranstaltungsseiten.


Samstag, 24. September 2016

Whitbread Golding 2012 vs. Cascade IPA (Leffe Royale, Leuven)

Wie ich schon vor einiger Zeit mal ausgeführt habe: die AB InBev möchte zwar die Marke Leffe weiterhin als rustikales, von schweigenden Mönchen in den dunklen Kellern einer Abtei gebrautes Bier vermarkten (in grauer Vorzeit war es das ja auch), allerdings kommt es heutzutage - und das auch schon seit etlichen Jahren - ganz schnöde aus der hochmodernen, edelstahlglänzenden Brauerei in Leuven, wo der Biergigant unter anderem auch Stella Artois und Jupiler herstellt. Die Reihe Leffe Royale wurde erst im Frühjahr 2015 neu aufgestellt. Sie soll dem Trend nach hopfigeren, "fast wie von Hand gebrauten" Bieren entgegenkommen. Bei jeder der mittlerweile vier Abfüllungen steht ein anderer Hopfen im Vordergrund, wie man an der Namensgebung klar erkennen kann. Heute nicht verkostet: das Crystal und das Mapuche (mit einem Hopfen namens Alto Valle Mapuche aus Feuerland).

Alle Biere der Serie kommen in ähnlich gestalteten, blickdichten 0,75-Liter-Gebinden. Hier in Deutschland habe ich sie bis jetzt noch nicht gesehen, aber auch nicht wirklich danach gesucht, denn die heute besprochenen Flaschen hatte ich vor einiger Zeit in den Niederlanden gekauft und noch "auf Halde". Das Leffe Royale Whitbread Golding war viele Jahre lang "das" Leffe Royale und stellte gleichzeitig das hopfigste Bier in Leffes Portfolio dar. Mit der Neuausrichtung bzw. Neuaufstellung der Reihe und der Einführung der anderen drei Biere ist es nun plötzlich das am wenigsten hopfige der hopfigen Biere von Leffe. Auf zur Verkostung:

Samstag, 17. September 2016

Brionne Mirabelle 6 J. (40% Vol.)

Mit Spirituosen vom Discounter ist es immer so eine Sache. Die Produkte sind oft dermaßen knapp kalkuliert, dass - wenn man Verpackung, Transport, usw. abzieht - eigentlich schon jedem klar sein muss, dass da kein besonderer Gaumenschmaus zu erwarten sein kann. Deswegen sind Lidl und Co. nun wirklich auch nicht meine bevorzugten Anlaufstellen, wenn es um Schnaps geht.

Der heute besprochene Brionne bei ALDI Nord, genauer gesagt: die Mirabelle (zu haben sind zusätzlich auch noch Williamsbirne, Quetsch bzw. Zwetschge und Framboise bzw. Himbeere) soll jedoch eine einigermaßen löbliche Ausnahme bilden. Was gut wäre, denn ich trinke selbst relativ wenig Obstbrand, muss diesen jedoch aus Gründen des sozialen Prestiges (Nachbarn!) stets vorrätig haben. Wenn das dann zum Preis von 9,99 pro Flasche einigermaßen trinkbar wäre, sollte es mir auch nur recht sein. Brionne ist eine Marke von ALDI; auf Informationen zur dahinter stehenden Destillerie muss man also verzichten. Vertrieben wird der "gute Tropfen" aber von der Lobuschkellerei Hamburg, mit anderen Worten: von der Borco. Etwas Recherche zeigt, dass die Borco noch eine weitere Reihe von Obstbränden aus der Destillerie La Cigogne (in den Vogesen) vertreibt, nämlich den gleichfalls etwas obskuren Pascall. Und die Destillerie La Cigogne ist eigentlich nur ein Teil des Destilleriekomplexes Peureux in Fougerolles. Peureux macht explizit Werbung damit, dass auch sehr gerne Produkte für Handelsmarken abgefüllt werden. Gut möglich also, dass die Schnäpse für Pascall und Brionne aus dem selben Kessel kommen.

Aber egal. Auf zur Verkostung:

Samstag, 10. September 2016

Baron Otard VSOP (40% Vol.)

Ich habe mich mal bemüht (wenn auch nur etwa 15 Minuten lang), irgendwelche interessanten - am besten auch noch ansatzweise lustigen - Anekdoten rund um den Cognac ausfindig zu machen. Immerhin gibt es ja zum Thema Whisk(e)y zum Beispiel einiges: von den ganzen Geschichten um irische und sonstige Schwarzbrenner bis hin zu denen, wo sich jemand damit totgesoffen hat (Dylan Thomas). Beim Cognac: eher mau. So ein paar Sachen, die nicht wirklich spannend sind (improvisierte Operationen, bei denen das OP-Besteck mit dem Stoff "sterilisiert" wurde) und einen auch sonst nicht vom Hocker hauen. Eine einzige Geschichte fand ich dann doch etwas interessanter: bis vor ein paar Jahren - und seit den 1930ern - gab es eine Person (oder mehrere Personen) in Baltimore, den so genannten Poe Toaster, die in den Morgenstunden von Edgar Allan Poes Geburtstag (19. Januar) an dessen Grab inne hielt, einen Schluck Cognac zu seinen Ehren nahm und danach die angebrochene Flasche sowie drei Rosen am Grab zurückließ. Okay, ganz nett. Aber das war es eigentlich auch schon. Warum das so ist? Keine Ahnung. Weil Cognac schon seit jeher ein Oberschichtenvergnügen ist? Wenn den Altadeligen beim Cognactrinken etwas Lustiges passiert, gibt es ja vielleicht so eine Art Schweigegelübde, das greift. Oder sowas in der Art.

Mais allors. Das Haus Otard, über dessen Erzeugnisse wir heute sprechen, ist einer der ältesten Hersteller des Weinbrands überhaupt und nicht nur in der Region Cognac, sondern sogar in der Stadt Cognac im Schloss Cognac ansässig. Und das schon seit 1796, als der Stammvater der Dynastie, Baron Jean-Baptiste Grenouille Antoine Otard das Anwesen kaufte, weil ihm bewusst war, wie gut man die ausgedehnten Kellerräume für die Lagerung und Reifung des Schnapses nutzen konnte. Tatsächlich sind die Gewölbe von Otard insofern etwas besonderes, als dass sie im Vergleich zu anderen sehr feucht (90%) sind, was dafür sorgt, dass der Alkoholgehalt, nicht jedoch das Volumen stark abnimmt. Insgesamt bietet die Firma eine relativ überschaubare Anzahl von Standardabfüllungen (VS, VSOP, XO, Extra 1795 und Fortis et Fidelis) an, die sich hauptsächlich durch ihr Alter und durch die Zusammenstellung der Trauben aus verschiedenen Anbaugebieten unterscheiden.

Der heute besprochene VSOP vereint Trauben der Grande und Petite Champagne. Alle enthaltenen Weinbrände müssen mindestens viereinhalb Jahre alt sein. Eine Flasche ist online gut für unter 30,- EUR zu bekommen. Frischauf also, schreiten wir zur Verkostung: