Sonntag, 19. November 2017

Quengelware, Teil IX: Schierhölter Alter Weinbrand 1801 V.S.O.P. (36% Vol.)

Ach, meine liebe Kornbrennerei August Schierhölter in 49219 Glandorf! Warum, oh warum nur ist ausgerechnet immer zu dem Produkt, das ich von euch gerade bespreche, nichts auf eurer Webseite zu finden? Letztes Mal war es der Grüüni - der hat nun eine kleine Rubrik bei eurem Internetauftritt - und diesmal ist es euer Weinbrand, zu dem ich nichts finde. Was soll denn das? Muss ich hier alles selber machen, oder was?

Nun ja, auch sonst findet man über das Lemma Schierhölter Weinbrand so gut wie nichts. Zugekauft? Neues Produkt? Ach, keine Ahnung. Was wir wissen: es ist ein Weinbrand. Und er muss - wegen des V.S.O.P. - mindestens vier Jahre alt sein.

Lasst ihn uns nun einfach probieren. Gekauft habe ich ihn bei Edeka an der Kasse.

Art und Herkunft: Weinbrand, Deutschland. 

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Mitteldunkler Bernstein, einigermaßen viskos an der Glaswand. Sehr holzig und auch nussig in der Nase. Riecht so, wie wenn man diese Packungen mit Haselnüssen aufmacht, die man fürs Backen braucht. Weniger Vanille als Weinbrände sonst so haben.

Geschmack: Dünnes, wässriges Mundgefühl. Nicht ganz so scharf wie befürchtet, auch einigermaßen süß, aber sehr starke Noten von Aceton (Nagellackentferner). Auch leicht nussiger Hintergrund. Etwas Pflaume?

Abgang: Mittel, aber etwas harsch.

Fazit/Tipp: Für einen Tropfen aus der Kategorie "Quengelware" ist dieser Weinbrand gar nicht mal soooo schlecht. Allerdings ist er natürlich auch nicht wirklich was für den Kenner oder Genießer. Dafür ist er - trotz seines relativ hohen Alters - doch zu lückenhaft komponiert und aufsässig. Solides unteres Mittelmaß, würde ich sagen. Nach etlichen Minuten im Glas ist er etwas freundlicher.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 26. November 2017.

- Euer Tomas Aquinas


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